Leib und Seele - Namaste

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Leib und Seele

NDE - Reinkarnation
Seit jeher haben sich Menschen Gedanken über das Wesen der Welt gemacht. Die Weltbilder verschiedenster Philosophen, Denker und Wissenschaftler aus den entferntesten Kulturen sind uns heute zugänglich und laden uns ein, selber zum Forscher zu werden.

Ein häufiger Gedanke spiegelt sich im Verständnis der Dualität und der "Zwitternatur" des Menschen. Seine Persönlichkeit wird einerseits als eine äussere sinnlich wahrnehmbare Natur beschrieben. Diese Natur besitzt die Eigenschaften der Materie: sie ist wiegbar, messbar und eingeschränkt in Ort und Zeit. Sie ist fortwährender Veränderung unterworfen und deshalb unbeständig und zeitweilig. Sowohl Körper (Physe) als auch Verstand und Denken (Psyche) gehören zu dieser ersten Natur. Am eigenen Beispiel können wir beobachten, wie sich unser Körper, unser Verstand und unsere Intelligenz fortlaufend verändern. Um die Veränderungen festzustellen, denen unser Körper unterworfen ist, genügt ein regelmässiger Blick in den Spiegel oder ins Fotoalbum. Aber auch unser Verstand verändert sich laufend und wechselt die Kriterien und Massstäben nach denen er sich richtet. Wenn die Funktion des Verstandes darin liegt, angenehme Dinge zu erreichen und unangenehme Dinge fernzuhalten, verändert er sich ähnlich dem Körper ständig. Als Kind mag jemand zu ganz anderen Schlussfolgerungen gekommen sein, als später als Erwachsener. Die Intelligenz ist ihrerseits in der Lage auf der Grundlage von Wissen und Erfahrung den Verstand zu kontrollieren. Dementsprechend ist sie fähig, vom Verstand als angenehm eingestufte Dinge abzulehnen oder umgekehrt unangenehme Dinge anzunehmen, dennoch unterliegt sie demselben Wechsel wie der Körper. Diese Unbeständigkeit von grobstofflichem (Physe) und feinstofflichem (Psyche) Körper wird in Sanskrit dem Bereich des "a-cit" zugeordnet: leblos, materiell, ohne Bewusstsein, Materie.

Die zweite Natur des Menschen ist von vollkommen anderer Qualität. Sie ist als etwas charakterisiert, das von Zeit und Raum unabhängig und dauerhaft ist. Es ist der Beobachter all der oben beschriebenen Vorgänge, das, was sich bewusst ist und sich immer als dasselbe "Ich" fühlt. Dieses Ich stellt fest: "Früher hatte ich einen kleinen Körper, heute habe ich einen grossen. Früher dachte ich in der Weise, heute denke ich anders darüber. Aber mein Ichgefühl, meine Identität hat sich nicht gewandelt. Es waren immer meine Gedanken, mein Körper, nicht die einer anderen Personen, die mit dem Wechsel von Körper und Denken auch ihre Identität gewechselt hätte". Durch all diese unaufhörlichen Wechsel hindurch verbleibt dieses Ich dasselbe, weshalb es als dauerhaft, ruhig und unabhängig von Zeit und Raum charakterisiert ist. Es ist dieses unveränderliche "Ichgefühl", durch welches sich die Seele, des Selbst, bemerkbar macht. Diese zweite Natur wird dem Bereich des "cit" zugeordnet: reines Bewusstsein.

Wir können weiter beobachten, dass ein lebloser Körper zurückbleibt, wenn das fehlt, was sich über sich bewusst ist. Selbst für viele Ärzte bleibt der Moment des Sterbens, indem das Leben zu erlöschen scheint, ein Mysterium. Die einen, wie der Herzspezialist Dr. Bigelow (Toronto General Hospital) sagen darüber: "Es kam einige Male vor, dass ich im Todesmoment eines Menschen anwesend war, und es finden dabei einige rätselhafte Wechsel statt. Für mich einer der eindrucksvollsten Momente ist das plötzliche Fehlen des Lebens oder des Glanzes in den Augen. Sie werden milchig und im wahrsten Sinne des Wortes leblos."

Die merkwürdigsten Versuche wurden bereits unternommen, um doch noch irgendeinen stofflichen Beleg für die Existenz einer nicht-stofflichen und somit auch nicht messbaren und sichtbaren Seele zu bekommen, die beim Tod den Körper verlässt. So wog der Arzt Duncan MacDougal anfangs des 20. Jahrhunderts eine Anzahl Kranker in dem Augenblick, in dem sie an Schwindsucht starben. Zu diesem Versuch stellte er den Kranken mit Bett und allem anderen auf eine Waage mit genauer Skala und beobachtete dann, ob der Waagebalken sich im Moment des Todes bewegte. Aufgrund des Ausschlages und seinen darauf einsetzenden Berechnungen kam er zum Schluss, dass das, was den Körper im Todesmoment verliess, etwa 60 g wiegen müsse.

Solche Versuche lassen uns vielleicht schmunzeln. Nachdenklich stimmen dagegen die Schlussfolgerungen von Wissenschaftlern, die ein Leben lang versucht haben, Leben und Bewusstsein auf biochemische und bioelektrische Vorgänge zu reduzieren. Der Chemiker und Nobelpreisträger Albert Szent-Gyorgi räumt ein: "Auf meiner Suche nach dem Geheimnis des Lebens endete ich bei den Atomen und Elektronen, welche nicht im geringsten Leben aufweisen. Irgendwo auf dem Weg ist mir das Leben durch die Finger geronnen. Nun da ich alt bin, lenke ich meinen Schritt nochmals zurück." (in Biology Today“, Del Mar/California, 1972)

Zu einem ähnlichen Schluss gelangte Wilder Penfield, der Vater der Neurochirurgie, der selber viele Versuche am menschlichen Gehirn bei vollem Bewusstsein des Patienten unternommen hatte: "Auf die eine oder andere Art ist die Frage nach der Natur des Geistes ein elementares Problem, vielleicht das schwierigste und bedeutendste aller Probleme. Ich habe mein ganzes Leben als Wissenschaftler damit verbracht, zu erforschen, wie das Gehirn das Bewusstsein steuert. Nun muss ich in dieser abschliessenden Zusammenfassung meiner Ergebnisse überrascht feststellen, dass die Hypothese des Dualismus (der Geist existiert getrennt vom Gehirn) die vernünftigere Erklärung ist."(Penfield, The Mystery of the Mind, Princeton University Press, 1975).

Sehr eingehend haben sich die renommierten Wissenschaftler Karl R. Popper und John C. Eccles mit dem Leib-Seele-Problem auseinandergesetzt. In einer Art interdisziplinärer Zusammenarbeit ist daraus das Buch "Das Ich und sein Gehirn" hervorgegangen. Eccles, der selbst Nobelpreisträger für Gehirnphysiologische Forschung ist, hält darin fest (Piper 5. Aufl. 1996, S.658):
"Meine Position ist diese. Ich glaube, dass meine persönliche Einzigartigkeit, das heisst mein eigenes erlebtes Selbstbewusstsein, durch diese auftauchende Erklärung des Beginnens zu sein, mein eigenes Ich, nicht erklärt wird. Es ist die erlebte Einzigartigkeit, die so nicht erklärt wird. Genetische Einzigartigkeit wird nicht genügen. Es kann behauptet werden, dass ich meine erlebte Einzigartigkeit besitze, weil mein Gehirn durch die genetischen Instruktionen eines ganz einzigartigen genetischen Kodes gebaut ist, meines Genoms mit seinen etwa 30000 Genen (Dobzhansky, persönliche Mitteilung), aufgereiht auf der ungeheuren Doppelhelix der menschlichen DNS mit ihren 3,5 x 10 hoch 9 Nukleotidpaaren. Es muss erkannt werden, das mit 300000 Genen eine Chance von 10 hoch 10000 dagegen besteht, dass diese Einzigartigkeit erreicht wird.
Das heisst, wenn meine Einzigartigkeit des Ich mit der genetischen Einzigartigkeit, die mein Gehirn erbaute, verbunden ist, dann stehen die Chancen, dass ich in meiner erlebten Einzigartigkeit existiere, 10 hoch 10000 dagegen.

So bin ich genötigt zu glauben, dass es etwas gibt, das wir einen übernatürlichen Ursprung meines einzigartigen selbstbewussten Geistes oder meiner einzigartigen Selbstheit der Seele nennen könnten ...".

Auch der Veda geht auf die Thematik von Leib und Seele ein. Er unterteilt jedoch letztlich nicht in Begrifflichkeiten wie "natürlicher" und "übernatürlicher" Ursprung, da er nur einen Ursprung, das "summum bonum" kennt. Dementsprechend teilt er die verschiedenen Elemente des Daseins, die ihren Ursprung alle im einen Ganzen, dem Höchsten Wesen haben, lediglich unterschiedlichen Energien zu. In einer ersten groben Unterteilung wird das fein- und grobstofflich Materielle als niedrige Energie bezeichnet, die von einer höheren Energie – dem Bewusstsein – durchdrungen und von ihr belebt wird.

An diesem Punkt verbindet sich die Frage der Selbsterkenntnis mit der Frage des Selbstinteresses. Der Lebensfunke kann mit einem Fahrer verglichen werden, der sich als Fahrer seines Fahrzeugs identifiziert und ausschliesslich um dessen Wohlergehen sorgt. Ähnlich dem Fahrer, der in dieser Weise als Person weder Frieden noch Glück erlangen kann, vermag auch der ewige Lebensfunke seine Sehnsucht nach beständigem Frieden, beständiger Freude und Geborgenheit nicht zu erfüllen, wenn er sich ausschliesslich mit seinen zeitweiligen menschlichen Hüllen identifiziert, und in deren Interesse tätig ist. Auf der Ebene von Körper, Verstand und Intelligenz gibt es nichts, das seinem inneren Bedürfnis nach Beständigkeit vollständig gerecht werden könnte.

Es liegt deshalb in unserem eigentlichen Selbstinteresse, die ewige und unwandelbare Natur unserer Identität (die höhere Energie) zu erkennen und sie von den sich laufend verändernden Hüllen (der niederen Energie) klar zu unterscheiden. Hier tut sich bereits der nächste Schritt in unserer Suche auf:

Wie sollte man handeln, um seiner eigenen ewigen Identität gerecht zu werden?

Wenn ich nicht mit meinen groben und feinen Körpern identisch bin, dann sind alle anderen Lebewesen – unerheblich in welchen groben und feinen Körpern sie stecken mögen – ihrem Wesen nach von der gleichen bewussten Lebensenergie wie ich selbst. Auf dieser Grundlage der Selbsterkenntnis kann die wahre Brüderlichkeit aller Lebewesen begriffen werden.

Das Selbstinteresse, das seine Identität als bewusster Lebensfunke ausklammert, findet letztlich keine Erfüllung. Ganz zu schweigen vom Selbstinteresse, das keine Rücksicht auf die Gefühle und Bedürfnisse anderer Lebewesen (der Brüder und Schwestern) nimmt und zur Ursache des Leides für diese wird.
 
renate.kaderli (K-Affe) ourswiss (Punkt) ch
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